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Holz als Anlage


Holz bietet als Anlageform hohe Renditen - und gute Zukunftsaussichten. Doch für private Anleger ist der Markt kaum zugänglich. Neue Zertifikate und Baumsparkassen bieten einen Einstieg ins Natur-Investment.

Holz als Anlage
 
Hamburg - Von der "Königsklasse unter den Rohstoffen" schwärmt der Fondshändler Andreas Rühl in einer Studie über Edelholz. Er sei überzeugt, dass der Rohstoff "in einigen Jahren eine gesuchte, allerdings naturbedingt nicht unendlich zur Verfügung stehende Vermögensklasse sein wird". Dafür spreche die seit Jahren hohe Rendite, das knapper werdende Angebot bei schnell wachsender Nachfrage und das natürliche Wachstum: "Sie werden vermögender, selbst wenn der Preis von Edelhölzern nicht steigen würde."
 
Holz als Anlage
Rohstoff Holz: Mehr Rendite als bei Aktien-Investments möglich

Das Wachstum lässt sich nicht nur an Jahresringen ablesen. Der US- Waldbesitz- index NCREIF Timberland Property brachte in den 20 Jahren seines Bestehens im Durchschnitt eine Rendite von 15 Prozent, mehr als Aktien oder Anleihen. Und mittelfristig dürfte der Markt mit ähnlichen oder noch höheren Raten wachsen.
Denn die Nachfrage vor allem für Industrieholz und Brennstoff zieht rasch an, hauptsächlich aus Wachstumsmärkten wie China. Außerdem ist Holz als Material für Hausbau und Einrichtung weltweit in Mode. Langfristig könnte der nachwachsende und für das Klima unschädliche Rohstoff dem knapper werdenden Öl Konkurrenz als Energieträger machen.

Auf der anderen Seite ist das Angebot an gutem Nutzholz begrenzt. Das wird trotz aller Aufforstungen noch eine Weile so bleiben, denn die meisten Bäume benötigen mehr als 20 Jahre, bis sie geschlagen werden können - Eichen sogar 200. Die Knappheit sorgt für rasch steigende Preise. Der Hauptverband der deutschen holzverarbeitenden Industrie meldete für 2006 eine 30-prozentige Inflation. Neben Spanplatten für die Möbelindustrie oder Holzpellets sei auch Eiche fürs Parkett um mehr als ein Drittel teurer geworden. Privatleute stehen auf der falschen Seite des boomenden Markts. Man müsste selbst in Holz anlegen - bloß wie?
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Ein Markt für Experten


Laut der Waldinventur der Bundesregierung gehört die Forst- und Holzwirtschaft mit einem Jahresumsatz von 100 Milliarden Euro und 1,1 Millionen Beschäftigten zu den wichtigsten Branchen in Deutschland. Doch Aktien von Unternehmen aus dem Sektor sind rar. Bekannte Papiere sind die des größten US-Waldbesitzers Plum Creek (ISIN: US7292511083), des Holzkonzerns Weyerhaeuser (ISIN: US9621661043) oder der im MDax notierten Holzwerkstofffirma Pfleiderer . Die Auswahl einzelner Aktien ist jedoch riskant. Pfleiderer beispielsweise litt im vergangenen Jahr ebenso am Preisauftrieb wie die vielen neuen Besitzer von Holzpelletöfen.


Wer dieses Risiko scheut, kann auf Zertifikate setzen. Im vergangenen April brachte die Schweizer Großbank UBS ihr Global Timber Zertifikat, das ein Portfolio aus Aktien der Holz- und Forstwirtschaft nachbildet, auf den Markt (ISIN: CH0024564863). Im Oktober zog die Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt mit ihrem Holz-Strategie-Zertifikat nach (ISIN: DE000TB0KWA8).


Die klassische Form der Holzanlage jedoch ist eigener Waldbesitz. Auf diese Weise können Langfristanleger ihr Vermögen inflationssicher und wachstumsträchtig unterbringen. Der Haken dabei ist, dass ein Forst eben nicht von allein wächst, sondern fachkundig bewirtschaftet werden muss. Holz zu vermarkten, ist ebenfalls eine Aufgabe für Kenner. Zwar wird der Rohstoff weltweit gehandelt, es gibt aber keine einheitliche Börse und auch keinen Weltmarktpreis. Der Festmeter Teak etwa kann je nach Qualität und lokalen Marktverhältnissen zwischen 400 und 4000 Dollar kosten.


Während es in den USA inzwischen mehrere Firmen gibt, die im Auftrag von Anlegern Waldbesitz managen, und Pensionsfonds oder Universitätsstiftungen einen großen Teil ihres Portfolios als Waldgrundstücke halten, bleibt privater Forstbesitz in Deutschland eine Domäne des Adels.


Auszug SPIEGEL ONLINE – 14. Januar 2007

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