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Soziales Engagement



1. HINTERGRUND

Situation in Nicaragua

Nach Haiti ist Nicaragua das zweitärmste Land Lateinamerikas. Die Armut trifft Kinder besonders hart: Viele müssen neben der Schule arbeiten und erleiden zuhause Gewalt. Andere werden sich selbst überlassen, weil sich ihre Eltern keine familienergänzende Betreuung leisten können. Kulturelle Vorstellungen von Geschlechterrollen («machismo») haben zur Folge, dass viele Väter keine emotionale Nähe zu ihren Kindern aufbauen.

Pandemie und Hurrikane in Estelí.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bekam Estelí besonders stark zu spüren. So waren zum Beispiel die Tabakfabriken monatelang geschlossen. Dadurch verloren nicht nur die Arbeiterinnen ihr Einkommen, sondern auch die Kleinhändlerinnen, die vor den Fabriken Mahlzeiten zum Mitnehmen anboten. Die wirtschaftliche Not und der Zwang, zuhause zu bleiben, verstärkten die Spannungen in der Familie und führten zu noch mehr häuslicher Gewalt. Während der Schulschliessungen drohten viele Schulkinder zudem den Anschluss zu verlieren. Als wäre dies nicht schon genug, zogen auch noch zwei Hurrikane über Nicaragua hinweg und verursachten grosse Schäden an Wohnhäusern. Auch dies trifft die Armen am stärksten, da diese sich weder eine Versicherung noch ein stabiles Mauerwerk leisten können.

Unser Ziel.

Das Programm hat zum Ziel, dass Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien in einem geschützten, förderlichen Umfeld aufwachsen. Dazu gehören 13 Familien mit einer Gefährdungsmeldung, die besonders eng begleitet wurden. Diese Familien wurden vom Jugendamt zugewiesen.

Was wir tun.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 150 bedürftige Familien direkt unterstützt. Zum Programm gehören eine Kindertagesstätte (Kita) für 70 Kinder von 2 bis 12 Jahren aus bedürftigen Familien, Elternbildung und Familienberatung sowie Bildung zum Thema Kinderrechte für Schülerinnen und Schüler. SOS-Kinderdorf arbeitet dabei eng mit den Schulen und den zuständigen Behörden zusammen.

Begleiten und fördern trotz Pandemie.

Aufgrund der Pandemie musste SOS-Kinderdorf viele Aktivitäten in den virtuellen Raum verlegen. Die Mitarbeitenden blieben mit den Familien via WhatsApp oder Telefon in Kontakt. Die Kita-Kinder erhielten Spiel- und Lernmaterial, um sich zuhause sinnvoll zu beschäftigen. Familien, die in einer Notlage waren, erhielten Lebensmittelpakete, Seife und Masken.

AKTIVITäTEN UND ERFOLGE IM JAHR 2020

1. KINDERSCHUTZ UND GEWALTFREIES ZUSAMMENLEBEN

Familienberatung und Elternbildung.

SOS-Kinderdorf hat mit allen 150 Familien einen Familienentwicklungsplan erarbeitet. Dieser enthält Ziele und wichtige Meilensteine, die regelmässig gemeinsam überprüft werden. Das Hauptziel besteht darin, dass die Familienmitglieder wertschätzend miteinander umgehen und Kinder ihrem Alter entsprechend gefördert werden. Wenn persönliche Treffen nicht möglich waren, wurden die regelmässigen Gespräche mit den Familien via Telefon oder WhatsApp geführt.

Gegenseitige Unterstützung in einer schwierigen Zeit.

Wegen der Pandemie verloren zahlreiche Familien ihr Einkommen und mussten sich über längere Zeit in engen Räumen aufhalten. SOS-Kinderdorf unterstützte die Familienmitglieder dabei, mit dieser Situation umzugehen und sich gegenseitig zu helfen. Die Erziehungsberechtigten sowie die Kinder und Jugendlichen trafen sich in Chat-Gruppen, um Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig Mut zu machen und zu lernen, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Diese Gruppen wurden von ausgebildeten Coaches geleitet.

Fürsorgliche Väter.

In Nicaragua sind patriarchale Vorstellungen von Männlichkeit sehr weit verbreitet und wirken sich negativ auf das Familienleben aus. Das «Vaterschaftsnetzwerk» zeigt den Vätern, wie sie eine positive emotionale Bindung zu ihren Kindern aufbauen und sich aktiv an der Erziehung beteiligen können. 55 Väter aus begleiteten Familien trafen sich regelmässig physisch oder virtuell, um über Geschlechterrollen zu diskutieren. Gerade in Zeiten der Pandemie ging es darum, neue Verhaltensmuster zu lernen, um auf den wirtschaftlichen Stress, die Enge und das manchmal anspruchsvolle Verhalten von Kindern und Jugendlichen gewaltfrei zu reagieren.

Talent-Festival.

Im Jahr 2020 fand das jährliche Talent-Festival online statt.16 Väter und ihre 18 Töchter und Söhne führten Theaterstücke und Tänze auf oder trugen zusammen Musikstücke vor.

«Dank SOS-Kinderdorf habe ich gelernt, mich an der Hausarbeit und Kindererziehung zu beteiligen und in der Familie stärker präsent zu sein. Dabei habe ich entdeckt, welche intellektuellen und künstlerischen Begabungen meine Kinder haben. Es macht mir grossen Spass, mit ihnen Dinge zu unternehmen und gemeinsam Sport zu treiben. Zu meinen schönsten Erfahrungen gehört das Talent-Festival, an dem ich seit 2018 teilnehme. Ich mache an meinem Arbeitsplatz fleissig Werbung für die aktive Vaterschaft und für das Festival.»
(Fannuel José, 38-jährig und Vater zweiter Kinder)

2. BETREUUNG UND BILDUNG FüR KINDER

Kindertagesstätte:

In der Kita wurden per Ende Jahr 70 Kinder zwischen 2 und 12 Jahren betreut, gefördert und bei Bedarf medizinisch behandelt. Kinder im Kindergarten- und Schulalter konnten zudem am Programm«juego y aprendo» («ich spiele und lerne») teilnehmen, was unter anderem dazu beitrug, dass fast alle Kinder die Lernziele ihrer Bildungsstufe erreichten. Kinder mit besonderem Förderbedarf wurden speziell unterstützt. Wegen der Pandemie musste die Kita ihr Angebot vorübergehend reduzieren. So wurden nur noch 40 Kinder in den Kita-Räumlichkeiten betreut. 30 Kinder erhielten Fernunterricht: Ihre Eltern konnten kostenlos Spielsachen und Lernmaterial abholen. Kita-Mitarbeitende riefen die Eltern regelmässig an, um Fragen zu beantworten und den Familien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Kinder setzen sich für ihre Rechte ein.

Das Kinder-Netzwerk für Kinderrechte traf sich im vergangenen Jahr regelmässig persönlich oder virtuell. Durchschnittlich nahmen rund 65 Jungen und Mädchen teil. Sie unterhielten sich darüber, wie sie sich und andere Kinder und Jugendliche vor übergriffen schützen und an wen sie sich wenden können, wenn sie oder andere Opfer von übergriffen geworden sind. Bei den Netzwerktreffen setzten sie sich zudem auf spielerische Weise mit dem Thema Kinderrechte auseinander und tauschten Erfahrungen aus. Sie produzierten Info-Material, in dem sie aus ihrem Leben berichteten und ihre Sicht darstellten. Daneben entwickelten sie einen Plan für eine Kampagne und vernetzten sich mit anderen Kinderrechtsgruppen.

Interinstitutionelle Zusammenarbeit:

SOS-Kinderdorf hat die enge Zusammenarbeit mit dem Bildungs-, dem Gesundheits- und dem Familienministerium fortgesetzt und sich mehrmals mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde- und Stadtteilbehörden getroffen. Dabei wurden die Risiken und Ressourcen der einzelnen Stadtteile evaluiert und das weitere Vorgehen geplant. Eine wichtige Rolle spielte die SOS-Kinderdorf-Kampagne «El poder de acompañarnos en la familia yen la comunidad» – auf Deutsch etwa «Die Macht der Begleitung in der Familie und in der Gemeinde». Hier geht es darum, für Kinder und Jugendliche eine sichere Umgebung zu schaffen und wertschätzend mit Kindern und Jugendlichen umzugehen. Dieser Grundsatz soll bei den Gemeindebehörden, in den Stadtteil-Organisationen und in den Schulen verankert werden.

3. HERAUSFORDERUNGEN UND ERFAHRUNGEN

  • Fehlende Handy-Guthaben. Die meisten Familien verfügten nicht über die Mittel, um ihre Handy-Guthaben aufzuladen. SOS-Kinderdorf finanzierte deshalb das benötigte Guthaben, damit sie an den virtuellen Treffen teilnehmen konnten.
  • Umsetzung des Kinderschutzes. Das nicaraguanische Gesetz schützt zwar Kinder vor Gewalt, doch bei der Anwendung der entsprechenden Gesetze bestehen noch Lücken. Zudem sind die Abläufe beim Melden und Verfolgen von Kinderschutzfällen auf Gemeindeebene noch nicht ganz eingespielt.
  • Neue Männerrollen im Alltag verankern. Es bleibt eine Herausforderung für viele Väter, die gelernten neuen Rollenmuster im Alltag umzusetzen. Gerade in Stresssituationen ist es für viele nicht einfach, angemessen mit Emotionen umzugehen, anstatt Gewalt anzuwenden.
  • Wissen über Hygiene und Gesundheit. Durch die Pandemie ist es den betroffenen Familien stärker bewusst geworden, wie sich Krankheiten verbreiten und wie man sich durch richtiges Verhalten vor ihnen schützen kann.

4. ZWEI ERFAHRUNGSBERICHTE

«Zum Glück hat sich vieles verändert»

«Mein Name ist Carla. Ich wohne mit meinen beiden Kindern im Haus meiner Eltern. Meine eigene Kindheit war von Gewalt geprägt. Mein Vater hatte ein Alkoholproblem und hat uns Kinder mit viel Härte erzogen. Zum Glück hat sich inzwischen vieles verändert. Seit zwei Jahren nehme ich am Elternbildungsprogramm von SOS Kinderdorf teil. Auch mein Vater besucht Workshops zum Thema ‘verantwortungsvolleVaterschaft’. Mein 10-jähriger Sohn wiederum engagiert sich im Kinderschutz-Netzwerk. Inzwischen arbeite ich als Freiwillige in der Begleitgruppe des Elternbildungsprogramms von SOS-Kinderdorf mit. Ich setze mich dort für den Kinderschutz und die Prävention von sexuellem Missbrauch in meiner Gemeinde ein. Durch dieses Engagement habe ich viele neue Fähigkeiten erworben und erfahren, dass ich etwas bewirken kann. Zudem habe ich gemerkt, wie wichtig Bildung ist. Deshalb will ich jetzt den Sekundarschulabschluss nachholen. Die Pandemie bereitet uns grosse Sorgen. Doch ich fühle mich durch SOS-Kinderdorf gut begleitet und unterstützt. Wir bleiben stets über WhatsApp in Kontakt.»

«SOS-Kinderdorf hat uns nie im Stich gelassen»

Mein Name ist Mercedes, ich bin 28 Jahre alt und wohne mit meinem Mann und meinem Sohn in einem gemieteten Häuschen. Seit Anfang 2020 werden wir von SOS-Kinderdorf begleitet. Wir haben ein sehr schwieriges Jahr hinter uns. SOS-Kinderdorf hat uns in dieser Zeit nie im Stich gelassen. Immer wieder hat unser Familien-Coach uns gelobt und ermutigt, aber auch mit viel Einfühlungsvermögen gezeigt, was wir noch besser machen können. SOS Kinderdorf hat uns auch Spiel- und Lernmaterial für unseren Sohn mitgegeben. Dank dieser Hilfe hat er sich im vergangenen Jahr trotz allem sehr gut entwickelt. Im vergangenen Jahr gab es Momente, wo ich mich sehr einsam fühlte und nicht mehr weiter wusste. Doch oft kam es vor, dass gerade in solchen Augenblicken das Telefon klingelte, weil eine Mitarbeiterin von SOS Kinderdorf anrief und fragte, wie es mir ging. Dies machte mir neuen Mut. Die Mitarbeiterin hörte sich geduldig meine Fragen und Zweifel an und half mir weiter. Dafür bin ich unendlich dankbar.

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